Dauerbrenner Motivation

„Wie motiviere ich meine Mitarbeiter:innen?
In jedem meiner Führungstrainings taucht diese Frage auf, oft mehrmals – und meine Antwort lässt manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer unzufrieden zurück. Es gibt bei Menschen keinen Button, den man einfach drücken kann und schon funktioniert es mit der Motivation.
Bedeutet das jetzt, dass ich als Unternehmen, als Führungskraft keine Möglichkeiten habe, den Leistungswillen, die Einsatzbereitschaft und das Engagement der Mitarbeitenden positiv zu beeinflussen?
Doch, diese Möglichkeiten gibt es, sie funktionieren nur nicht so mechanistisch, so einfach, wie man sich das manchmal vorstellt oder wünscht. Dazu einige Gedanken:
Eine aktuelle Umfrage bringt das, was Unternehmen und Vorgesetzte oft fühlen, ans Tageslicht:
Knapp die Hälfte der Beschäftigten gibt an, dass sie im Job ihr/sein Bestes geben. Und die andere Hälfte – Dienst nach Vorschrift? Demotiviert?
Und vier von zehn Beschäftigten planen einen Jobwechsel. Und bis es so weit ist – innerlich gekündigt?
Die Ursachen für einen geringen Motivationslevel sind rasch ausgemacht, nicht neu und eigentlich auch nicht überraschend: Mangelnde Führungskompetenz, fehlende Kommunikation, schlechte Firmenkultur und zu viel Stress.
Geld oder Sinn?
Viele Unternehmen versuchen es mit extrinsischer Motivation: Gehalt, Prämien oder Firmenwagen, vielleicht Funktionsbezeichnung. Das alles motiviert kurzfristig, selten tragen diese Aspekte langfristig zu Leistungssteigerung oder Zufriedenheit bei. An ein höheres Gehalt gewöhnt man sich schnell, ein Firmenauto wird zur Selbstverständlichkeit.
Viele Studien und mindestens genauso viele praktische Erfahrungen zeigen, dass vor allem die intrinsische Motivation zu einem glücklichen und produktiven Arbeitsleben führt. Wer den Sinn in seiner/ihrer Arbeit erkennt und das Gefühl hat, zu einem größeren Ganzen beizutragen, bleibt eher motiviert.
Erfolgsfaktoren Führung und Unternehmenskultur
Knapp 20 Prozent von Mitarbeiter:innen bezeichnen sich selbst als hoch motiviert. Alle anderen antworten auf die Frage, was ihre Motivation dämpft, die Art der Führung oder die Führungskraft. Im Zusammenhang damit steht wohl auch die fehlende, unvollständige oder verspätete Kommunikation. Wichtige Informationen rechtzeitig zu bekommen, vermittelt auch ein Gefühl von Wertschätzung. Und Informationen per Mail zu versenden, ist eindeutig zu wenig. Gefragt ist der persönliche, direkte Austausch: Miteinander reden wirkt!
Und der Beitrag der Firmenkultur darf auch nicht unterschätzt werden: Gibt es ehrliche Informationen? Werden Vereinbarungen eingehalten? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Wie werden Konflikte gelöst?
Diese Fragen sind nur einige Elemente, die die Kultur des Zusammenarbeitens, des Zusammenlebens prägen. Jedenfalls wirken diese Aspekte ziemlich unmittelbar auf Motivation, Leistungswille und Arbeitsklima.
Wissen Sie als Führungskraft, wissen Sie als Manager:in, als Unternehmer:in, <br>wie all die genannten Aspekte von den Mitarbeitenden eingeschätzt, wie sie bewertet werden?
Im Interesse von Produktivität und Weiterentwicklung macht es jedenfalls Sinn, dort anzusetzen, wo die Wirkung am größten ist. Eine fundierte Diagnose, zum Beispiel mit einem 360°-Feedback kann Ihnen wichtige, entscheidende Hinweise geben.
Gerhard Greimel